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"Rekorde auch ohne Eingewöhnung" unter diesem Titel wurde gestern ein Interview mit der VERO-Juniorin Laethisia Schimek im Groß-Gerauer Echo veröffentlicht. Laethisia hat als Mitglied der deutschen Nationalmannschaft an den Speedskating Weltmeisterschaften im chinesischen Haining teilgenommen.

Laethisia, welche Eindrücke hattest Du von den Weltmeisterschaften?
Es war schon eine große Umstellung. Erst einmal die Zeitverschiebung von sechs Stunden. Auch das Klima ist total anders. Zu Beginn hatten wir tagsüber 30 Grad mit einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit von mehr als 90 Prozent. Das war bereits ohne sportliche Aktivitäten sehr schweißtreibend. Die Temperaturen in der Nacht waren nicht viel geringer. Zu Beginn der Straßenwettkämpfe regnete es häufig, und die Strecke wurde wegen der hohen Luftfeuchtigkeit kaum richtig trocken.
Die ersten Wettkämpfe fanden auf einer beschichteten Bahn statt. Solche Bahnen gib es nicht in Deutschland. War das besonders schwierig?
Die Bahn an sich war nicht allzu kompliziert zu fahren. Durch unsere späte Anfahrt nach Haining konnte sich die deutsche Mannschaft jedoch nur eine Stunde am Vortag einlaufen. Wir waren gerade mal einen Tag vor Beginn der Wettkämpfe in China. Die restlichen Nationen waren zwischen vier Tagen und drei Wochen früher angereist und hatten so deutlich mehr Zeit, sich an die Bahn und die Lebensumstände zu gewöhnen. Nach mitteleuropäischer Zeit musste ich als Sprinterin um zwei Uhr nachts die Vorläufe bestreiten. Das konnte nicht besonders gut gehen. Unter Betrachtung dieser Randbedingungen bin ich mit meinem elften Platz über 500m und meinem 15. Platz über 300m ganz zufrieden, obwohl ich deutlich unter meinen Möglichkeiten geblieben bin.
Bei den Straßenmeisterschaften lief es besser?
Ja, ich hatte mich dann allmählich an die Zeitumstellung gewöhnt. Durch einen weiteren Pausentag wegen Regens hatten wir für die Umstellung noch einen weiteren Tag gewonnen. Aber dadurch war natürlich das gesamte Restprogramm zeitlich noch enger zusammengeschoben. Über 200m wurde ich Achte, dabei trennten mich sechs Hundertstelsekunden von Platz fünf. Über meine Lieblingsstrecke 500 m belegte ich den siebten Platz mit einer sehr guten Zeit. Besonders freute mich, dass ich da meine stärkste europäische Konkurentinnen aus Italien hinter mir lassen konnte. Dominiert wurden diese Strecken von den Asiatinen aus Südkorea und Taiwan. Neben den traditionell starken Läuferinnen aus Kolumbien waren auch immer wieder Amerikanerinnen in der Spitze zu finden.
Die Asiaten waren bei diesen Meisterschaften häufig auf den Spitzpositionen zu finden. Wie kommt das?
Wenn man die Entwicklung dieser Länder sieht, ist das nicht überraschend. Bereits 2004 zeigten die asiatischen Läufer gute Leistungen, besonders bei den Junioren. Diese Leistungen bestätigten sich in den Folgejahren, und sie wurden noch ausgebaut. In diesem Jahr haben die Koreaner erstmals die bis dahin immer führenden Kolumbianer an der Spitze abgelöst, dort scheint es eine hervorragende Nachwuchsarbeit zu geben. Auch die anderen Länder wie Taiwan und die Volksrepublik China waren immer wieder auf den vorderen Plätzen zu finden.
Du bist über 200 und 500 m deutsche Altersklassenrekorde gelaufen. Was bedeutet das für Dich?
Dass die Zeiten so gut waren, habe ich erst in Deutschland erfahren. Während des Wettkampfes hatte ich andere Gedanken. Aber ich freue mich natürlich darüber. Es ist im gewissen Sinne eine Bestätigung und ein Lohn für mein hartes Wintertraining.
Am letzten Tag stand noch der Marathon auf dem Programm. Wie lief dieser für Dich als Sprint-Spezialistin?
Es war der allererste Marathon, den ich gelaufen bin. So bin ich mit meinem 15. Platz unter 66 Teilnehmern zufrieden. Ich hätte so eine gute Leistung nicht erwartet. Besonders, weil ich durch das vorzeitige Ausscheiden meiner Mannschaftskollegin Katharina Rumpus über eine lange Strecke auf mich alleine gestellt war.
Durch die Teilnahme an den Weltmeisterschaften musstest Du zwei Wochen der Schule fernbleiben. Da gilt es, sich wieder ranzuarbeiten, dass keine Lücken entstehen.
Ja, ich werde ohnehin eine kürzere Trainingspause einlegen, dann habe ich zwei Wochen Ferien. In dieser Zeit werde ich den Stoff, den ich versäumt habe, nacharbeiten können. Meine Freundinnen werden mir dabei helfen, und meine Lehrer haben auch Verständnis für meine Situation, wenngleich ich meine Leistungen auch hier bringen muss. Und ich möchte mich bei dieser Gelegenheit bei meinen Trainern bedanken, denn ohne sie wäre ich nicht so weit gekommen.
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